Studien zum COVID-19-Risiko bei Patienten mit Psoriasis und Psoriasis arthritis scheinen verzerrt

Mitten in der Pandemie haben der Hunger nach Daten und der Wunsch, schnell Informationen zu liefern, die Qualität der Forschung möglicherweise beeinträchtigt, berichten Forscher im Journal of Investigative Dermatology

Eine systematische Auswertung von Forschungsarbeiten über das Risiko und die Ergebnisse von COVID-19 bei Patienten mit Psoriasis und Psoriasis-Arthritis, die mit biologischen Therapien behandelt werden, hat neben anderen Qualitätsproblemen ein hohes Risiko für Verzerrungen in allen Studien ergeben. Die Forscher, die in der von Elsevier herausgegebenen Fachzeitschrift Journal of Investigative Dermatology berichten, kommen daher zu dem Schluss, dass auf der Grundlage der derzeit veröffentlichten Daten weder eine eindeutige Aussage zum Risiko noch Empfehlungen zur Behandlung gemacht werden können.

Seit Beginn der COVID-19-Pandemie gibt es unter Dermatologen Besorgnis über ein erhöhtes Infektionsrisiko oder schlechtere Ergebnisse bei Patienten, die mit biologischen Therapien für Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis behandelt werden. In einigen Studien wurde über ein erhöhtes Risiko von Atemwegsinfektionen bei Patienten berichtet, die mit Biologika behandelt wurden, während dieselben Medikamente als mögliche Behandlungsmethode für COVID-19 vorgeschlagen wurden.

„Unsere Studie ist nicht als Kritik an den Autoren oder den Fachzeitschriften gedacht, die ihre Forschungsergebnisse veröffentlicht haben“, betonte Studienleiter Stefano Piaserico, MD, PhD, Abteilung für Medizin, Abteilung Dermatologie, Universität Padua, Padua, Italien. „Es ist vielmehr eine Mahnung, beim Lesen neuer COVID-19-Papiere vorsichtig zu sein. Während einer Pandemie sollten Gesundheitsdienstleister vorsichtiger sein, wenn sie Erkenntnisse aus neuen Studien in ihre persönliche Entscheidungsfindung einbeziehen.“

Die Studie wurde von einer Gruppe von Dermatologen in Italien durchgeführt, dem ersten europäischen Land, das stark von COVID-19 betroffen war. Sie wollten die Häufigkeit von COVID-19 bei Patienten mit Plaque-Psoriasis, die mit biologischen Therapien behandelt werden, untersuchen, doch obwohl sie Daten von mehreren verschiedenen Zentren in Italien verwendeten, war die Zahl der Patienten in ihrer untersuchten Population zu gering, um einen fundierten Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung anzustellen. Dank der Zusammenarbeit mit dem Studienzentrum der Italienischen Gruppe für Epidemiologische Forschung in der Dermatologie (GISED) unter der Leitung von Dr. Luigi Naldi in Bergamo entschlossen sie sich daher, die veröffentlichte Literatur zu studieren, um eine Pooling-Analyse durchzuführen. Dabei stellten sie fest, dass mehrere veröffentlichte Studien in vielerlei Hinsicht mangelhaft waren.

Die Forscher analysierten die Qualität von 25 Arbeiten, die sich mit dem Risiko und den Ergebnissen von COVID-19 bei Patienten befassten, die mit Biologika gegen Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis behandelt wurden, anhand der Newcastle-Ottawa-Skala (NOS). Bei diesem Instrument handelt es sich um ein punktebasiertes System, das Studien anhand von acht verschiedenen Kriterien bewertet, darunter die Auswahl der Studiengruppen, die Vergleichbarkeit der Gruppen, die Exposition und das Ergebnis. Die höchstmögliche Punktzahl ist neun Sterne, wobei sechs oder mehr (mehr als 75 Prozent) als geringes Risiko der Verzerrung gelten. Die Prüfer berücksichtigten auch andere Faktoren für die Validierung, darunter die Falldefinition, die Art der COVID-19-Bewertung und Hinweise auf eine Selbstselektion der Teilnehmer.

Der Medianwert für alle geprüften Studien lag bei 47,2 Prozent für Psoriasis-Studien und 44,4 Prozent für Psoriasis-Arthritis-Studien, was auf ein hohes Verzerrungsrisiko hinweist. Die meisten Studien wurden in Referenzkrankenhäusern durchgeführt, und es wurden keine bevölkerungsbezogenen Studien veröffentlicht, was zu einer Verzerrung der Auswahl führen kann.

Dr. Piaserico merkte an, dass die Ergebnisse im Einklang mit ähnlich hochwertigen Studien in anderen klinischen Bereichen stehen. Die Qualität der in einigen führenden medizinischen Fachzeitschriften veröffentlichten Arbeiten war in den ersten Monaten des Jahres 2020 schlechter als im gleichen Zeitraum 2019, und dieser Rückgang könnte mit COVID-19 zusammenhängen.

„COVID-19 war und ist immer noch eine unbekannte Krankheit, und es bestand ein dringender Bedarf, Daten zu sammeln und zu veröffentlichen. Vor diesem Hintergrund wurden die traditionellen Peer-Review-Systeme durch die enorme Zahl der COVID-19-bezogenen Manuskripte belastet. Alle waren sich einig, dass wenige, sogar fehlerhafte Daten besser sind als gar keine Daten“, erklärte Dr. Piaserico.

Die Forscher geben eine Reihe spezifischer Empfehlungen für zukünftige Studien. Eine multizentrische Zusammenarbeit, die der Datenerfassung Vorrang einräumt, und ein System zur raschen Aktivierung formeller epidemiologischer Studien und Register bei globalen Gesundheitskrisen sollten ebenso in Betracht gezogen werden wie die internationale Koordinierung von Studien und der Austausch von Daten.

„Der enorme Datenhunger der Öffentlichkeit und der medizinischen Fachwelt und der verständliche Wunsch, schnell Informationen zu liefern, sollten in Zukunft die Qualität der Forschung nicht beeinträchtigen“, so Dr. Piaserico und Dr. Luigi Naldi abschließend.

Dies ist ein automatisch übersetzter Text. Er dient deshalb nur einer groben Orientierung. Das Original gibt es hier.

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