## Eine neue Einheit gegen Knochenentzündungen Lange Zeit gab es viele verschiedene Namen für die gleiche Erkrankung. Ärzte sprachen von SAPHO-Syndrom, von Brustbeinentzündung oder anderen Begriffen. Das war verwirrend. Jetzt haben internationale Experten 2023 und 2024 eine klare Lösung gefunden. Sie nennen die Krankheit einheitlich „chronische nichtbakterielle Knochenentzündung" (CNO).[1] Die gute Nachricht: CNO ist eine eigenständige Erkrankung. Sie unterscheidet sich von anderen rheumatischen Erkrankungen wie Psoriasis-Arthritis oder Spondyloarthritis. Allerdings können diese Krankheiten bei 20-30 Prozent der Patienten auch zusammen auftreten.[1] ## So wird CNO erkannt Die Diagnose funktioniert auf zwei Ebenen. Erstens schauen Ärzte auf die klinischen Symptome. Welche Beschwerden hat der Patient genau? Zweitens kommt die Bildgebung zum Einsatz – idealerweise die Magnetresonanztomographie (MRT). Diese zeigt die Knochenentzündung sehr genau und hilft, die Krankheit sicher zu erkennen. ## Die richtige Behandlung Die neuen Empfehlungen bieten klare Behandlungsschritte:[1] Am Anfang stehen entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs) für vier bis zwölf Wochen. Danach können spezielle Schmerzmittel (Coxibs) folgen. Der nächste Schritt sind Bisphosphonate als Infusion über drei bis zwölf Monate. Wenn nötig, kommen TNF-Hemmer zum Einsatz – ebenfalls für drei bis zwölf Monate.[2] Wichtig zu wissen: Die klassischen Rheuma-Medikamente (DMARDs) kommen bei CNO normalerweise nicht zum Einsatz. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn Patienten gleichzeitig an Psoriasis-Arthritis oder Spondyloarthritis leiden. Die neuen Empfehlungen helfen Ärzten in Deutschland, CNO besser und einheitlicher zu behandeln. Das kann die Lebensqualität von Betroffenen deutlich verbessern.
Originaltitel: [Diagnosis and treatment of chronic nonbacterial osteitis (CNO) and SAPHO syndrome : Implications of the current consensus recommendations of an international commission of experts for German rheumatology].