Zwischen 2010 und 2022 hat sich die Behandlung von Psoriasis in Deutschland deutlich verändert. Die Zahl der Menschen mit Psoriasis ist leicht gestiegen, von 2,6 % auf 2,7 %. Immer mehr Betroffene bekommen Rezepte für Medikamente – 2010 waren es 55 %, 2022 schon 57,4 %[3].
Vor allem die modernen Biologika spielen eine immer größere Rolle. Ihr Einsatz nahm um ganze 450 % zu. Trotzdem bekamen 2022 noch die meisten Patientinnen und Patienten klassische Cremes oder Salben (topische Therapie), nämlich 46,2 %. Systemische Glukokortikosteroide nutzten 13 %, nicht-biologische Systemtherapien 6,7 % und Biologika 6,2 %[3].
Die Kosten pro Patient mit Biologika sind sogar etwas gesunken, obwohl diese Therapien sehr teuer sind. Am häufigsten wurde das Biologikum Adalimumab verschrieben, gefolgt von Ustekinumab und Secukinumab. Die teuersten Medikamente pro Person waren Ustekinumab und Risankizumab[3].
Fazit: Innovative Medikamente werden immer wichtiger, selbst wenn die klassischen Behandlungsformen weiterhin gebraucht werden.
Originaltitel: Evolution of drug supply for psoriasis from 2010 to 2022 - real-world data
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Wissenschaftler haben untersucht, wie sich die Behandlung mit tildrakizumab auf das Wohlbefinden von Menschen mit Schuppenflechte auswirkt[1][2]. Viele Betroffene geben nämlich nicht nur mit Hautproblemen zu kämpfen, sondern fühlen sich auch im Alltag stark belastet.
Die Studie zeigt, dass tildrakizumab helfen kann. Nach der Behandlung berichteten die Teilnehmenden nicht nur von weniger Juckreiz, Schmerzen und Schuppung der Haut[3][5]. Sie fühlten sich auch insgesamt wohler. Ihre Lebensqualität stieg messbar an.
Besonders interessant ist, dass diese Besserungen schon früh beginnen und auch langfristig anhalten. Das zeigt sich daran, dass die Zufriedenheit mit der Behandlung nach über einem Jahr noch sehr hoch ist[3][5]. Für Menschen mit Schuppenflechte ist das eine wichtige Info, weil sie so Hoffnung auf ein besseres Leben mit ihrer Krankheit bekommen.
Originaltitel: Patient-reported well-being in value-based routine care using tildrakizumab
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In Deutschland hat sich die Behandlung von Psoriasis stark verändert. Eine Studie hat die Entwicklung der Medikamente von 2010 bis 2022 analysiert. Die Prävalenz von Psoriasis stieg leicht von 2,6% auf 2,7%. Die Anzahl der Menschen, die Medikamente erhalten, erhöhte sich von 55% auf 57,4%. 2022 erhielten 46,2% der Patienten topische Behandlungen, 13% systemische Kortikosteroide, 6,7% nicht-biologische und 6,2% biologische Therapien. Der Einsatz biologischer Medikamente stieg um 449,8%. Trotz hoher Kosten sanken die Ausgaben für Biologika pro Person leicht. Adalimumab war das häufigste systemische Medikament.
Originaltitel: Evolution of Drug Supply for Psoriasis from 2010 to 2022 - Real-World Claims Data Analysis in Germany.
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Viele Menschen mit Schuppenflechte-Arthritis (PsA) haben zusätzlich Fibromyalgie (FM). Das macht die Diagnose und die Auswahl der Behandlung oft schwieriger, weil sich viele Symptome überschneiden. In einer großen Studie mit 1547 Erwachsenen hatten rund 16 Prozent beide Krankheiten gleichzeitig.
Auffällig war: Wer beide Erkrankungen hatte, war häufiger weiblich, hatte öfter Antinukleäre Antikörper (ANA) im Blut und meistens einen höheren Body-Mass-Index (BMI). Die Entzündungswerte im Blut, vor allem das C-reaktive Protein (CRP), waren oft niedrig (unter 0,5 mg/dL). Die anderen Laborwerte wie Rheumafaktor waren ähnlich wie bei PsA ohne Fibromyalgie.
Diese Unterschiede zeigen, dass es bei Menschen mit beiden Erkrankungen eine besondere Gruppe gibt. Wer also bei sich Anzeichen für beide Krankheiten erkennt, sollte das dem Arzt sagen. So kann die Behandlung besser angepasst werden und unnötige Immunsuppressiva könnten vermieden werden[1].
Originaltitel: Demographic Characteristics and Inflammatory Biomarker Profile in Psoriatic Arthritis Patients with Comorbid Fibromyalgia: A Cross-Sectional Study
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Menschen mit Psoriasis oder anderen Autoimmunerkrankungen machen sich oft Sorgen, ob Biologika das Risiko für neue oder wiederkehrende Krebserkrankungen erhöhen, vor allem wenn sie schon einmal Krebs hatten. Eine neue große Auswertung von 20 Studien kann hier zum Teil Entwarnung geben: Wer Biologika wie TNF-α-Hemmer, IL-12/23-Hemmer oder Vedolizumab einnimmt, hat kein höheres Krebsrisiko als Menschen, die herkömmliche Medikamente nutzen oder gar keine Therapie erhalten[1].
Gerade für Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte sind diese Ergebnisse beruhigend. Trotzdem gilt: Bei jedem Einzelnen sollte genau geschaut werden, ob eine Behandlung mit Biologika sinnvoll und sicher ist. Für neuere Biologika fehlen bisher noch ausreichende Daten. Am besten sprichst du also offen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über deine Krankengeschichte und alle Bedenken[1].
Originaltitel: Risk of new or recurrent cancer during treatment with biologics in patients with immune-mediated inflammatory diseases and previous cancer: a meta-analysis
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Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis-Arthritis fragen sich oft, ob Übergewicht die Wirkung ihrer Medikamente beeinflusst. Eine neue Studie hat das nun genauer untersucht. Forschende haben 228 Erwachsene mit verschiedenen chronisch-entzündlichen Krankheiten beobachtet, darunter auch Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis. Nach rund 16 Wochen zeigte sich: Etwa die Hälfte sprach auf die biologische Therapie an, egal ob sie übergewichtig waren oder nicht. Der Unterschied zwischen den Gruppen war nicht groß[1].
Andere Studien zeigen aber: Trotz guter Hautergebnisse gibt es bei Übergewichtigen oft noch eine Rest-Entzündung im Körper. Vor allem das Bauchfett scheint dabei eine Rolle zu spielen. Deshalb empfehlen viele Experten, neben der Therapie auch auf das Gewicht zu achten, um Entzündungen im Körper möglichst gering zu halten[5].
Originaltitel: Impact of Obesity on Treatment Response in Patients With Chronic Inflammatory Disease Receiving Biologic Therapy: Secondary Analysis of the Prospective Multicentre BELIEVE Cohort Study
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Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis haben sehr häufig auch eine Lebererkrankung, die man MASLD nennt. MASLD steht für eine durch Stoffwechselprobleme verursachte Fettleber. Forschende nutzten MRT-Untersuchungen, um die Leber direkt sichtbar zu machen und nicht nur auf Blutwerte zu verlassen. Sie fanden heraus, dass etwa ein Fünftel der Betroffenen eine ernsthafte Leberentzündung hat. Das ist viel öfter als bei Menschen ohne Psoriasis[1][3].
Oft merken Betroffene davon nichts, denn die Leberwerte im Blut sehen meist normal aus. Das bedeutet: Selbst wenn die Blutuntersuchung in Ordnung ist, kann eine Fettleber vorliegen[1][2][3]. Gerade bei Menschen mit Übergewicht oder weiteren Stoffwechsel-Problemen sollte man die Leber deshalb öfter mit Bildgebung prüfen.
Fazit: Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis sollten wissen, dass ihre Leber öfter betroffen sein kann, auch wenn sie sich gesund fühlen[1][3][5].
Originaltitel: High prevalence of MASLD in psoriasis and psoriatic arthritis assessed with multiparametric magnetic resonance imaging
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### Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Psoriasisarthritis
Psoriasisarthritis (PsA) ist eine chronische Entzündungskrankheit, die sowohl Gelenke als auch Haut betrifft. Studien zeigen, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede gibt, die die Behandlung beeinflussen.
**Klinische Merkmale:**
- Frauen neigen dazu, periphere Arthritis sowie höhere Schmerzgrade zu erleben und haben oft stärkere funktionelle Einschränkungen.
- Männer hingegen haben häufiger Beteiligung der Wirbelsäule, fortschreitende radiografische Veränderungen und schwerere Hauterkrankungen.
**Behandlungsergebnisse:**
Frauen reagieren oft weniger gut auf bestimmte Behandlungen wie TNF-Inhibitoren. Sie erreichen seltener niedrige Krankheitsaktivität und bleiben häufiger nicht bei der Therapie.
**Komorbiditäten:**
Depression und Fibromyalgie sind bei Frauen häufiger. Die Daten zu kardiovaskulären Risikofaktoren sind unklar.
Erkennen und Ansprechen dieser Unterschiede ist wichtig, um auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten eingehen zu können.
Originaltitel: Unveiling Sex-Related Variability in Psoriatic Arthritis: A Call for Personalized Care
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Wenn Menschen mit Psoriasis-Arthritis oder axialer Spondyloarthritis ihr erstes TNF-Hemmer-Medikament (TNFi) absetzen müssen, stehen Ärzte vor einer Wahl: Wechseln sie zu einem anderen TNFi (Zyklus-Strategie) oder probieren sie ein Medikament mit anderem Wirkprinzip, zum Beispiel einen IL-17-Hemmer (Swap-Strategie)? Studien zeigen, dass beide Methoden ähnlich gut wirken, was die Beibehaltung des Medikaments angeht[3][4].
Allerdings gibt es Hinweise, dass der Wechsel zu einer neuen Wirkstoffklasse, also ein Swap, oft etwas erfolgreicher ist, besonders was die Langzeitwirkung betrifft[5]. Für Männer mit Psoriasis-Arthritis kann ein Wechsel zu IL-17-Hemmern jedoch das Risiko für Therapieversagen leicht erhöhen[2]. Am Ende entscheiden häufig Begleiterkrankungen, wie stark die Gelenkentzündungen sind oder ob man andere Medikamente wie Kortison nimmt, darüber, welche Strategie am besten passt[4].
Kurz gesagt: Beide Wege sind möglich, oft ist aber der Wechsel zu einer neuen Medikamentenklasse einen Versuch wert.
Originaltitel: Cycle versus swap strategy after TNFi discontinuation in psoriatic arthritis and axial spondyloarthritis: a quasi-experimental study
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Frauen bekommen Psoriasis meist früher als Männer, im Schnitt mit 37 Jahren, Männer erst mit 40. Bei Menschen mit früher Psoriasis bekommen Männer öfter starke Medikamente wie Tabletten oder Biologika, Frauen seltener. Männer fangen damit auch schneller an. Bei Psoriasis, die erst später auftritt, sieht man diesen Unterschied zwischen Männern und Frauen nicht.
Ganz egal ob Mann oder Frau: Wer die Krankheit früh bekommt, startet meist auch früher mit einer Lichttherapie. Die Forscher meinen, dass es wichtig ist, bei der Behandlung darauf zu achten, ob jemand jung oder älter ist, wenn die Schuppenflechte anfängt, und ob er männlich oder weiblich ist. So kann die Therapie besser angepasst werden[2].
Originaltitel: Exploring the Impact of Gender and Age of Onset on Psoriasis Treatment Management
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Psoriasis ist nicht nur eine Hautsache. Die Erkrankung bringt oft Schlafprobleme mit sich, weil Juckreiz und Schmerzen das Ein- und Durchschlafen erschweren. Über 85 Prozent der Betroffenen berichten, dass sie schlecht schlafen können[1]. Das wiederum wirkt sich auch auf die Psyche aus: Wer schlechter schläft, hat ein erhöhtes Risiko für Ängste und Depressionen[1][3]. Die aktuelle Forschung zeigt, dass schlechter Schlaf und seelische Belastungen bei Menschen mit Psoriasis eng zusammenhängen und sich gegenseitig verstärken können[1][3].
Neben dem Juckreiz kann auch die Entzündung im Körper das Schlafzentrum beeinflussen. Die Studienmacher empfehlen deshalb, dass Ärzte und Patienten beim Thema Psoriasis auch immer den Schlaf im Blick haben sollten – und offen darüber sprechen[2][3]. So kann gemeinsam nach Lösungen gesucht werden, um die Lebensqualität zu verbessern.
Originaltitel: The Impact of Psoriasis on Sleep Quality: Examining the Relationship Between Psoriasis, Sleep, and Mental Health
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Bei einem Patienten mit Asthma entwickelte sich nach einer Behandlung mit den Medikamenten Dupilumab und Tezepelumab eine sogenannte generalisierte pustulöse Psoriasis. Das ist eine Form von Schuppenflechte, bei der viele kleine Eiterbläschen auf der Haut entstehen. Dupilumab wird eigentlich häufig gegen Neurodermitis und Asthma eingesetzt, doch es gibt Berichte, dass manche Menschen dadurch eine pustulöse Psoriasis entwickeln können[1][3][4][5]. Diese Hautreaktion ist selten, aber möglich und zeigt, dass neue Medikamente manchmal unerwartete Nebenwirkungen haben können. Wer Veränderungen auf der Haut bemerkt, sollte das seinem Arzt melden.
Originaltitel: Generalized pustular psoriasis in a patient with asthma following dupilumab and tezepelumab therapy.
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Mastzellen spielen eine größere Rolle bei Schuppenflechte, als viele denken: Sie bilden in den betroffenen Hautstellen die Entzündungsstoffe IL17A, IL17F und RORC[5]. Vor einer Therapie sind sie besonders aktiv. Auch nach erfolgreicher Behandlung, zum Beispiel mit Antikörpern oder UVB-Licht, bleiben viele dieser Mastzellen erhalten – dann aber eher in einer „ruhigen“ Variante, die trotzdem weiter IL-17A ausschüttet[5]. Auffällig: Je mehr dieser Mastzellen nach der Therapie übrigbleiben, desto schneller kehrt die Schuppenflechte zurück. Mastzellen und T-Zellen arbeiten dabei eng zusammen und steuern das Entzündungsgeschehen über die sogenannte IL-23/IL-17-Achse[5].
Originaltitel: Mast cells express IL17A, IL17F and RORC in lesional psoriatic skin, are activated before therapy and persist in high numbers in a resting state with IL-17A positivity after treatment.
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Ein Forschungsteam hat ein KI-Tool entwickelt, das mithilfe künstlicher Intelligenz ganz automatisch den Schweregrad von Nagel-Psoriasis bewertet[2][5]. Das System nutzt Fotos und den sogenannten „modified Nail Psoriasis Severity Index“ (mNAPSI) und liefert dabei ähnlich zuverlässige Ergebnisse wie Experten[3][5]. So geht die Einschätzung schneller und objektiver als bei der üblichen Begutachtung per Hand. Die Technik könnte die Behandlung von Nagel-Psoriasis in Zukunft einfacher und genauer machen[5].
Originaltitel: Corrigendum: Advancement and independent validation of a deep learning-based tool for automated scoring of nail psoriasis severity using the modified nail psoriasis severity index.
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Bimekizumab wirkt bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis anhaltend gut. Nach drei Jahren hatten rund 69 % der Patientinnen und Patienten komplett erscheinungsfreie Haut, egal ob sie von Anfang an Bimekizumab bekamen oder nach einem Jahr von Secukinumab wechselten. Häufigste Nebenwirkungen waren Nasen-Rachen-Entzündung, Mundsoor und Infekte der oberen Atemwege. Schwerwiegende Nebenwirkungen wie schwere Infektionen oder Entzündungen des Darms traten über die drei Jahre nicht häufiger auf. Bimekizumab blieb insgesamt gut verträglich[2][3][5].
Originaltitel: Bimekizumab efficacy and safety through 3 years in patients with moderate-to-severe plaque psoriasis: long-term results from the BE RADIANT phase IIIb trial open-label extension period.
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Methotrexat (MTX) ist ein wichtiges Medikament bei Psoriasis und Psoriasis arthritis, aber wie sicher ist es wirklich? Ein großes Team hat jetzt über 130.000 Berichte zu Nebenwirkungen aus den Jahren 2004 bis 2024 ausgewertet. Meistens meldeten Frauen Probleme, vor allem Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren. Die häufigsten Beschwerden betrafen das Immunsystem, die Muskeln, Gelenke und das Blut. Am meisten wurde über allgemeine Probleme und Reaktionen an der Injektionsstelle berichtet. Schwere Folgen wie Krankenhausaufenthalte oder sogar Todesfälle kamen vor, aber am häufigsten waren sonstige ernste Vorfälle. Die Ergebnisse zeigen: Nebenwirkungen sind möglich, aber es gibt klare Muster, wer und was besonders betroffen ist. Das hilft, Methotrexat noch sicherer einzusetzen[1][3].
Originaltitel: Adverse drug reactions related to methotrexate: a real-world pharmacovigilance study using the FAERS database from 2004 to 2024
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Eine neue große Auswertung hat sich angeschaut, wie oft bei Menschen mit Psoriasis, die sogenannte Interleukin-Hemmer bekommen, entzündliche Darmerkrankungen (IBD) neu auftreten. Von 12.185 Patientinnen und Patienten, die so behandelt wurden, entwickelten 22 eine neue IBD. Unter 4.372 Kontrollpersonen trat nur ein einziger Fall auf. Das ergibt eine Rate von etwa 2,4 Fällen pro 1.000 Patienten pro Jahr[1].
Vor allem der Einsatz von IL-17-Hemmern steht im Verdacht, das Risiko leicht zu erhöhen, obwohl andere Studien das Risiko als niedrig einstufen und keinen klaren Unterschied zu unbehandelten Psoriasis-Patienten sehen[2][3][4][5].
Fazit: Das Risiko für eine neue IBD bei Therapie mit Interleukin-Hemmern ist insgesamt sehr gering, bleibt aber besonders bei IL-17-Hemmern ein Thema, das Ärztinnen und Ärzte im Blick behalten sollten[1][3][4].
Originaltitel: Risk of new-onset inflammatory bowel disease in psoriasis patients treated with five different interleukin inhibitors: a systmatic review and meta-analysis
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Rund 280.000 Menschen in Deutschland leben mit Multiple Sklerose (MS). Ungefähr 5 % davon haben zusätzlich eine chronisch-entzündliche Krankheit wie Psoriasis, Rheuma oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. TNFα-Blocker sollten bei MS vermieden werden, da sie die MS verschlechtern können. Bei leichter MS mit Psoriasis hilft Dimethylfumarat, bei MS und Rheuma sind Azathioprin oder Leflunomid/Teriflunomid sinnvoll. Bei stärkerer Krankheitsaktivität kommen Anti-CD20-Antikörper infrage. Bei MS und Darmerkrankungen ist Azathioprin eine Option, bei schwerer Colitis auch Ozanimod. Die Behandlung sollte immer individuell und mit mehreren Fachärzten abgestimmt werden[1].
Originaltitel: Treatment Options for the Comorbidity of Multiple Sclerosis With Other Chronic Inflammatory Diseases.
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Entzündliche Hautkrankheiten wie Psoriasis sind weltweit eine große Belastung. In China gibt es besonders viele neue Fälle, die Zahl der Betroffenen ist dort deutlich höher als in den USA. Vor allem Pilz- und bakterielle Infektionen spielen eine große Rolle[5]. In den USA ist die Belastung im Vergleich etwas niedriger, aber auch dort leben viele Menschen mit entzündlichen Hautkrankheiten[1]. Hautkrankheiten zählen weltweit zu den häufigsten chronischen Krankheiten. Sie verursachen viele Jahre, in denen Menschen mit Einschränkungen leben müssen und beeinflussen Lebensqualität und Alltag stark[4][5]. Jede Region braucht eigene Strategien, um Betroffenen besser zu helfen.
Originaltitel: Burden of Inflammatory Skin Diseases Based on GBD Data: China vs USA.
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Vitamin D ist nicht nur wichtig für die Knochen, sondern auch für die Haut. Unsere Haut stellt Vitamin D her, wenn Sonnenlicht draufscheint. In der Haut wird Vitamin D dann in eine aktive Form umgewandelt, die viele wichtige Aufgaben übernimmt. Sie hilft zum Beispiel dabei, dass die Haut sich erneuert und stärkt das Immunsystem[1][2].
Bei Krankheiten wie Psoriasis, Neurodermitis oder Akne läuft in der Haut einiges schief: Die Haut erneuert sich zu schnell, das Immunsystem spielt verrückt und schädliche Keime können leichter eindringen. Vitamin D kann hier helfen, weil es Entzündungen bremst, die Hautbarriere stärkt und die Abwehrkräfte verbessert[1][3][5].
Salben mit Vitamin D werden schon länger erfolgreich gegen Psoriasis eingesetzt. Es gibt Hinweise, dass auch Vitamin D zum Einnehmen bei anderen Hautkrankheiten wie Neurodermitis helfen könnte. Aber: Ob ein niedriger Vitamin-D-Spiegel wirklich die Krankheit schlimmer macht, ist noch nicht ganz klar. Mehr Forschung ist nötig, aber Vitamin D bleibt ein Hoffnungsträger in der Hautmedizin[1][4].
Originaltitel: Vitamin D in the Prevention and Treatment of Inflammatory Skin Diseases
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Viele Menschen mit Psoriasis wollen, dass ihre Behandlung einfach läuft und gut wirkt. In einer Umfrage haben Forschende gefragt, wie oft Betroffene ihre Biologika spritzen möchten. Die meisten waren mit ihrem aktuellen Rhythmus zufrieden, egal ob sie ihr Medikament alle 12 Wochen, alle 8 Wochen oder häufiger bekamen[1]. Am wichtigsten war den Patientinnen und Patienten, dass die Schuppenflechte gut unter Kontrolle bleibt und sie mit der Wirkung der Therapie zufrieden sind[1].
Längere Abstände zwischen den Spritzen kamen besonders gut an, denn weniger Termine machen den Alltag oft leichter[3][5]. Trotzdem spielt der Rhythmus meist eine kleinere Rolle als das Gefühl, dass die Therapie hilft[1]. Ärztinnen und Ärzte können gemeinsam mit ihren Patienten schauen, welcher Zeitplan am besten passt.
Originaltitel: Understanding Psoriasis Patient Preferences for Biologic Dosing Frequencies: Insights From a Patient Survey
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Psoriasis-Arthritis ist eine chronische Entzündung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise Gelenke und Sehnen angreift[1]. Dabei spielen Gene, Umwelt und das Immunsystem zusammen eine Rolle[3]. Krankheitserreger oder Veränderungen der Darmflora können einen Schub auslösen[2]. Die Diagnose stellt der Arzt meist durch typische Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Haut- und Nagelveränderungen[1]. Neue Therapien setzen gezielt an den Botenstoffen im Körper an, die für Entzündungen sorgen. Sie können das Fortschreiten bremsen und das Leben verbessern, helfen aber nicht jedem[1]. Die Forschung arbeitet an noch besseren, individuelleren Therapien.
Originaltitel: Psoriatic arthritis: diagnosis, pathogenesis, and emerging therapies.
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Viele Menschen mit Hautkrankheiten wie Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis bekommen Medikamente, die das Immunsystem schwächen. Wer solche Medikamente nimmt, sollte regelmäßig über Impfungen nachdenken und seinen Impfschutz prüfen lassen. Denn das Immunsystem braucht dann manchmal extra Schutz, zum Beispiel vor Grippe, Pneumokokken oder Gürtelrose[1][3].
Die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland gibt jedes Jahr neue Empfehlungen heraus, welche Impfungen wichtig sind. Im Jahr 2025 sind neben den Standardimpfungen auch zusätzliche Impfungen für Menschen mit geschwächtem Immunsystem besonders im Fokus. Dazu zählen oft die Grippeimpfung, die Impfung gegen Lungenentzündung und gegen Gürtelrose. Manche Impfungen werden speziell für Menschen mit bestimmten Krankheiten oder in bestimmten Lebenslagen empfohlen[1][3].
Sprich am besten mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt. Sie wissen, welche Impfungen für dich sinnvoll sind. So kannst du dein Immunsystem unterstützen und dich besser gegen Infektionen schützen[1][3].
Originaltitel: Vaccination in dermatology 2025: Update considering current recommendations of the German Standing Committee on Vaccination
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Tumornekrosefaktor-Inhibitoren, kurz TNF-Hemmer, werden oft bei entzündlichen Krankheiten wie Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis eingesetzt. Eine große Meta-Analyse hat nun untersucht, ob diese Medikamente das Risiko für Herzschwäche (Herzinsuffizienz) beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen: Für Menschen mit diesen Erkrankungen senken TNF-Hemmer das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall im Vergleich zu klassischen Medikamenten[1][2]. Beim Risiko für Herzinsuffizienz gibt es jedoch keinen klaren Zusammenhang – TNF-Hemmer erhöhen das Risiko nicht, senken es aber auch nicht deutlich[2][3]. Bei Menschen, die bereits eine schwere Herzinsuffizienz haben, sollte man vorsichtig sein, da es hier Hinweise auf mögliche Verschlechterungen gibt[4][5]. Generell scheint der Nutzen überwiegen, besonders für Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt.
Originaltitel: Evaluation of the risk of heart failure with tumour necrosis factor inhibitors: A large-scale meta-analysis in immune-mediated inflammatory diseases
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Die Behandlung von Psoriasis-Arthritis (PsA) wird in Europa gerade richtig digital. Früher hat der Arzt die Krankheit nur mit Blick, Abtasten und einfachen Bildern erkannt. Heute helfen Apps, künstliche Intelligenz und digitale Werkzeuge, Symptome schneller zu entdecken und besser vorherzusagen. Spezielle Projekte wie iPROLEPSIS zeigen, wie Technik dabei hilft, das persönliche Risiko für PsA einzuschätzen, Behandlungen genauer anzupassen und neue digitale Therapien zu entwickeln. Für Patienten bedeutet das: mehr Unterstützung und passgenauere Behandlung, alles digital und oft direkt am Handy oder Computer[2][4][5].
Originaltitel: European advances in digital rheumatology: explainable insights and personalized digital health tools for psoriatic arthritis.
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