Zwei Teenagerinnen hatten von klein auf Probleme mit ihren Füßen, sie bekamen Schmerzen und hinkten im Laufe des Tages immer stärker[1]. MRTs zeigten keine Auffälligkeiten im Gehirn. Die Genuntersuchung ergab einen neuen GCH1-Genfehler, der in der Familie häufiger vorkam. Sechs Frauen waren betroffen, einige hatten auch psoriatische Arthritis. Auch zwei Frauen ohne Symptome tragen das veränderte Gen. RNA-Tests zeigten, dass das Gen die Herstellung eines wichtigen Proteins stört. Mit L-Dopa besserten sich die Beschwerden deutlich. Der Fall zeigt: Dopa-responsive Dystonie kann ganz unterschiedlich verlaufen und wird oft spät erkannt[2]. Ein genauer Blick auf die Familiengeschichte und Tagesverlauf der Symptome hilft, die Krankheit rechtzeitig zu finden und gut zu behandeln[3].
Originaltitel: Novel pathogenic GCH1 variant in familial Dopa-responsive dystonia.
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Menschen mit Schuppenflechte bekommen manchmal eine Psoriasis-Arthritis, das ist eine Entzündung der Gelenke. Forschende wollten wissen, ob bestimmte Biologika diesen Gelenkschub verhindern können. Sie haben dafür weltweit Daten von über einer Million Menschen mit Schuppenflechte ausgewertet.
Es zeigte sich: Wer mit Biologika vom Typ iIL12-23 oder iIL23 behandelt wurde, bekam seltener eine Psoriasis-Arthritis als Menschen, die TNF-Blocker (iTNF) oder iIL17-Biologika einnahmen. Nach fünf Jahren war das Risiko mit iIL23 sogar fast halb so hoch wie mit iTNF oder iIL17. Das galt sowohl für die erste als auch für die weitere Therapielinie[3][4].
Biologika können also nicht nur die Haut verbessern, sondern scheinen auch das Risiko für Gelenkprobleme bei Schuppenflechte zu senken.
Originaltitel: OP0010 EVALUATION OF THE RISK OF PSORIATIC ARTHRITIS IN PATIENTS WITH PSORIASIS UNDERGOING BIOLOGICAL TREATMENT. GLOBAL POPULATION STUDY (TRINETX)
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Wer mit dem Rauchen aufhört, senkt sein Risiko, eine Psoriasis zu bekommen. Das gilt besonders für die häufigste Form, die **Psoriasis vulgaris**, und für die **palmoplantare Pustulose**[1][2][3]. Wer rauchfrei bleibt, verringert das Risiko noch mehr. Forschende haben dabei sehr viele Menschen über viele Jahre beobachtet und festgestellt: Je länger man rauchfrei lebt, desto besser für die Haut[1][4][5].
Aber: Wenn du nach dem Rauchstopp deutlich zunimmst, kann das den positiven Effekt schwächen. Das gilt vor allem für die Psoriasis vulgaris[1][2].
Wer raucht, macht es sich schwerer, die Krankheit in den Griff zu bekommen, weil Behandlungen oft weniger gut wirken[5][6][7]. Darum lohnt sich ein Leben ohne Zigaretten – auch für die Haut[2][6][9].
Originaltitel: Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology
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Forscher entdecken neue Hoffnung für Menschen mit hartnäckiger oder immer wiederkehrender Psoriasis: Die Rolle der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) rückt immer mehr in den Fokus. Drei Dinge stehen im Mittelpunkt: Erstens könnten ortsansässige NK-Zellen bei einem Rückfall von Psoriasis wichtig sein. Zweitens hängt die Entzündungsstärke von ihrer Energieversorgung ab. Drittens werden Therapien getestet, die gezielt auf NK-Zellen wirken, zum Beispiel Dimethylfumarat oder IL-23-Hemmer. Diese Ansätze könnten künftig ganz neue Wege in der Behandlung eröffnen[2][4][5].
Originaltitel: New hope for the treatment of recurrent and refractory psoriasis: NK cell immunotherapy-A scientometric analysis.
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## Eine seltene Lungenerkrankung mit überraschendem Nebeneffekt
Eine 55-jährige Frau zeigt, wie unterschiedlich eine genetische Lungenerkrankung verlaufen kann. Sie hat den PI*ZZ-Gentyp, was bedeutet, dass ihr Körper zu wenig Alpha-1-Antitrypsin herstellt. Dieses Protein schützt normalerweise die Lungen vor Schäden.[2][3] Bereits mit 40 Jahren bekam sie COPD und entwickelte später Emphysem.
Besonders interessant: Die Ärzte fanden heraus, dass das fehlerhafte Protein bei dieser Frau besonders schlecht funktioniert. Es konnte die Lungen weniger gut schützen als bei anderen Patienten mit derselben Krankheit. Gleichzeitig litt sie unter Psoriasis, einer Hauterkrankung. Das deutet darauf hin, dass das defekte Protein nicht nur die Lungen, sondern auch andere Körpersysteme beeinflusst.[4]
Die Forschung zeigt: Nicht alle Menschen mit dieser genetischen Veränderung werden gleich krank. Die Ärzte wollen deshalb herausfinden, welche individuellen Unterschiede es gibt. So können sie in Zukunft besser vorhersagen, wer besonders gefährdet ist, und gezielter behandeln. Das Rauchen (bei dieser Patientin 8 Packungsjahre) verschlimmert die Erkrankung zusätzlich deutlich.[1]
Originaltitel: Characterization of alpha-1 antitrypsin in a Pi∗ZZ patient with emphysema: a case report.
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Wer dick ist, bekommt häufiger Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis, Rheuma oder Typ-1-Diabetes. Das zeigen viele Studien, die in einer großen Übersicht zusammengefasst wurden[4]. Forscher haben herausgefunden, dass Übergewicht die Gefahr für mindestens fünf Autoimmun-Krankheiten deutlich erhöht[1].
Das liegt daran, dass Fettgewebe den Körper ständig in Alarmbereitschaft hält. Es schüttet Stoffe aus, die das Immunsystem reizen und Entzündungen fördern[2]. So haben Menschen mit Übergewicht oft mehr entzündliche Prozesse im Körper, die zu Krankheiten wie Schuppenflechte beitragen können.
Deshalb lohnt es sich, auf das Gewicht zu achten. Schon kleine Veränderungen können helfen, das Risiko für weitere Autoimmunerkrankungen zu senken.
Originaltitel: Obesity as a Risk Factor for Autoimmune Diseases: A Systematic Review and Meta‐Analysis
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Anti-IL-23-Antikörper helfen vielen Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis, dass ihre Haut komplett frei wird. In einer großen Studie schafften 67 von 100 Patientinnen und Patienten nach etwa 27 Wochen dieses Ziel, das die Fachleute PASI 100 nennen[1]. Die meisten hielten die Hautfreiheit fast zwei Jahre lang. Wer besonders von der Behandlung profitiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Ist die Psoriasis auch an den Handflächen und Fußsohlen, klappt es oft schlechter mit komplett klarer Haut. Wenn das Gesicht betroffen ist und die Krankheit schon länger besteht, bleiben die guten Ergebnisse jedoch länger bestehen. Wer vorher Cyclosporin genommen hat oder einen sehr hohen PASI-Wert zu Beginn hatte, erreicht seltener eine komplette Hautfreiheit. Unerwartete Nebenwirkungen gab es nicht[1].
Originaltitel: Real-world effectiveness and predictors of complete skin clearance (PASI 100) with anti-IL-23 monoclonal antibodies in moderate-to-severe psoriasis: a retrospective cohort study
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Bei einer aktuellen Studie hatten Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis, die eine Behandlung mit sogenannten Biologika begonnen haben, seltener eine Psoriasis-Arthritis als diejenigen, die nur mit Lichttherapie versorgt wurden. Das heißt, moderne Medikamente wie Biologika könnten nicht nur die Haut bessern, sondern auch das Risiko für Gelenkentzündungen senken. Wer also eine stärkere Form von Schuppenflechte hat, sollte sich bei seinem Hautarzt über die Option einer Biologika-Therapie informieren. Die Entscheidung für eine Behandlung muss immer individuell getroffen werden – am besten gemeinsam mit einem Facharzt.
Originaltitel: emJournal of the European Academy of Dermatology and Venereology/em | Wiley Online Library
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Menschen mit Spondyloarthritis, darunter auch Psoriasis-Arthritis, bekommen oft Biologika wie **Secukinumab** oder **TNFα-Hemmer**. Eine neue Studie hat untersucht, wie lange Betroffene bei diesen Mitteln bleiben und was diesen Unterschied beeinflusst. Nach vier Jahren blieben 39 von 100 Patientinnen und Patienten mit Secukinumab bei dem Medikament, bei den TNFα-Hemmern waren es nur 31 von 100[3]. Besonders deutlich war der Unterschied bei übergewichtigen Frauen mit Psoriasis-Arthritis: Hier hielten 76% an Secukinumab fest, aber nur 39% an TNFα-Hemmern. Bei Männern ohne Übergewicht mit axSpA blieb die Mehrheit länger bei den TNFα-Hemmern. Beide Gruppen schafften es ähnlich oft, ihr Therapieziel nach sechs Monaten zu erreichen. Diese Unterschiede zeigen: **Geschlecht, Diagnose und Gewicht** können wichtig dafür sein, wie gut man mit einem Biologikum zurechtkommt[3].
Originaltitel: Long-term comparative analysis of secukinumab versus TNFα inhibitors in patients with spondyloarthritis: treatment persistence is differentially affected by disease phenotype, obesity and sex - Arthritis Research & Therapy
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Luftverschmutzung kann nicht nur der Lunge schaden, sondern offenbar auch die Haut und das Immunsystem beeinflussen. Neue Forschung zeigt, dass **langfristiger Kontakt mit Feinstaub und Stickoxiden das Risiko erhöht, an Psoriasis zu erkranken**[2][3]. Besonders betroffen sind Menschen mit einer erblichen Vorbelastung[3].
Die Schadstoffe gelangen über die Atemwege in den Körper und verändern Entzündungsbotenstoffe sowie bestimmte Gene, was dann Entzündungen in der Haut fördert[1][3]. Außerdem beschleunigt Luftverschmutzung das biologische Altern der Zellen, was die Haut zusätzlich anfällig für Psoriasis macht[2].
Die gute Nachricht: Eine sauberere Umwelt könnte langfristig helfen, das Risiko für Psoriasis zu senken[2]. Der Zusammenhang zwischen Luftqualität und Haut spielt also auch für Menschen mit Psoriasis eine wichtige Rolle.
Originaltitel: Decoding the air pollutant–psoriasis axis: A multi-layered systems toxicology investigation
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Menschen mit **generalisierter pustulöser Psoriasis (GPP)** haben ein deutlich höheres Sterberisiko als Menschen mit **Plaque-Psoriasis** oder gesunde Menschen. Das Risiko, an irgendeiner Ursache zu sterben, ist bei GPP etwa **2- bis 3-mal so hoch** wie bei Plaque-Psoriasis und der Allgemeinbevölkerung[4]. Nach einem Jahr lag die Sterblichkeit bei GPP bei etwa **1 %**, nach mehreren Jahren bei rund **5 bis 6 %**[2][1]. Komplikationen wie Infektionen oder Herzversagen sind häufig der Auslöser. Die Behandlung von GPP bleibt schwierig – neue Therapien könnten die Chancen betroffener Menschen aber verbessern[2][1].
Originaltitel: Comparison of All-Cause Mortality in Generalized Pustular Psoriasis and Plaque Psoriasis: A Systematic Review and Meta-Analysis.
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Psoriasis an schwer zugänglichen Stellen wie Kopfhaut, Genitalien und Händen oder Füßen ist besonders hartnäckig. Eine neue Hoffnung ist das Medikament Icotrokinra. Es ist eine Tablette und blockiert gezielt das Entzündungseiweiß Interleukin-23[2][4]. In einer großen Studie bekamen 311 Jugendliche und Erwachsene entweder Icotrokinra oder ein Scheinmedikament[2]. Nach 16 Wochen war die Haut bei über der Hälfte der Icotrokinra-Gruppe fast oder ganz rein. Bei Scheinmedikamenten lag dieser Anteil nur bei knapp 6 Prozent. Besonders gut wirkte Icotrokinra an Kopfhaut und Genitalien, wo die Haut bei zwei Drittel bis drei Viertel der Behandelten klar oder fast klar wurde. An Händen und Füßen war der Unterschied zu Placebo allerdings nicht auffällig. Nebenwirkungen traten in beiden Gruppen ähnlich oft auf. Einen Hinweis auf neue Risiken gab es nicht[2]. Icotrokinra könnte also bald eine echte Alternative zu Spritzen sein, gerade für schwierige Bereiche der Haut[4][6].
Originaltitel: Targeted Oral Peptide Icotrokinra for Psoriasis Involving High-Impact Sites.
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Upadacitinib hilft vielen Menschen mit Psoriasis-Arthritis, egal ob wenige oder viele Gelenke betroffen sind. In der UPJOINT-Studie erreichten nach 24 Wochen rund 41 % der Patienten eine niedrige Krankheitsaktivität, unter denen mit wenigen betroffenen Gelenken sogar fast 56 %[2]. Die Wirkung setzt schnell ein: Schon nach vier Wochen spürten viele eine deutliche Besserung. Nach knapp einem Jahr lag der Anteil der „Minimal Disease Activity“-Responder weiter hoch. Nebenwirkungen traten bei etwa jedem dritten auf, meist Infektionen, aber es gab keine neuen, überraschenden Sicherheitsprobleme[1][2][4].
Originaltitel: Effectiveness and Safety of Upadacitinib in Treating Oligoarticular and Polyarticular Psoriatic Arthritis: Primary Analysis from the UPJOINT-Study.
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Die Studie zeigt: Der Standard-Fragebogen EQ-5D-5L reicht für Hautkrankheiten wie Psoriasis oft nicht aus. Vor allem das Zusatzmodul für **Juckreiz** (IT) bringt einen klaren Vorteil: Viele, die keine Schmerzen melden, leiden trotzdem unter starkem Juckreiz. Mit dem Zusatz „Juckreiz“ sinkt die Zahl derer, die angeblich „gar keine Beschwerden“ haben, deutlich. Zusätzliche Module zu Selbstbewusstsein oder sozialen Kontakten bringen wenig extra Nutzen. Künftig könnten weitere Zusätze wie etwa „Schlaf“ getestet werden[1][2].
Originaltitel: Psychometric performance of skin, self-confidence and social health-related EQ-5D-5L bolt-ons in patients with atopic dermatitis and psoriasis in Germany.
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Das U-ASAS-HI zeigt ziemlich genau, wie es Menschen mit Spondyloarthritis, einschließlich Psoriasis-Arthritis, gesundheitlich geht[1]. Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen dem U-ASAS-HI und allgemeinen Gesundheitswerten wie dem EQ-5D-3L[1]. Besonders niedrige Werte werden oft durch starke Krankheitsaktivität, eingeschränkte Beweglichkeit, Depressionen, Fibromyalgie und Erschöpfung verursacht[1]. Frauen, Menschen mit Psoriasis-Arthritis, diejenigen ohne Job und mit vielen Symptomen schneiden oft schlechter ab, während Ältere und Leute mit Uni-Abschluss besser abschneiden[1]. Das Land, in dem man lebt, spielt aber kaum eine Rolle[1].
Originaltitel: Evaluation of spondyloarthritis-specific health utility based on ASAS health index (U-ASAS-HI) among the disease subtypes: an ancillary analysis from the ASAS-PerSpA study.
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Menschen mit Diabetes, die sogenannte **GLP-1-Rezeptor-Agonisten** (zum Beispiel Ozempic oder Wegovy) einnehmen, bekommen seltener **Psoriasis** oder **Hidradenitis suppurativa**. Das zeigen neue Untersuchungen[1][2][3][4].
Die Medikamente wirken eigentlich gegen Diabetes und helfen beim Abnehmen. Sie haben aber auch einen positiven **Einfluss auf Entzündungen** im Körper und damit auf manche Hautkrankheiten. Forscher haben herausgefunden, dass Patienten mit diesen Medikamenten nicht nur besser ihren Blutzucker kontrollieren, sondern auch weniger Hautprobleme bekommen.
Die Wirkung ist nicht nur auf das Abnehmen zurückzuführen. Die Medikamente bremsen direkt Entzündungen, die bei Psoriasis und Hidradenitis suppurativa eine wichtige Rolle spielen. Manche Menschen berichten sogar schon vor starkem Gewichtsverlust von einer Besserung ihrer Haut[2][3].
Wichtig zu wissen: Nicht jeder spürt eine Verbesserung, aber gerade wenn Übergewicht und Hautkrankheit zusammen auftreten, lohnt sich ein Gespräch mit dem Arzt.
Originaltitel: Decreased incidence of hidradenitis suppurativa and psoriasis in diabetic patients treated with GLP-1 receptor agonists: A retrospective cohort study
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TNF-Blocker (TNFi) wie Adalimumab oder Etanercept werden oft bei Psoriasis-Arthritis eingesetzt. Viele hatten Sorge, dass sie das Gewicht steigen lassen. Eine neue Studie zeigt aber: Menschen mit Psoriasis-Arthritis nehmen unter TNFi nicht mehr zu, als es sowieso mit dem Alter üblich ist[1][5]. Im Schnitt haben die Patienten zwar in den Jahren nach Beginn der Therapie ein paar Kilo zugenommen, das lag aber im normalen Bereich und war nicht auf das Medikament zurückzuführen. Entscheidend: Wer TNFi nimmt, muss eine Gewichtszunahme nicht befürchten – und falls doch, sollte zuerst mit dem Arzt gesprochen werden. Bei anderen Biologika oder Wirkstoffen kann die Auswirkung aufs Gewicht übrigens anders sein[3].
Originaltitel: Changes in weight associated with tumor necrosis factor inhibition in psoriatic arthritis: results from a retrospective cohort study - Clinical Rheumatology
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Manche Menschen sprechen besonders gut auf Psoriasis-Medikamente an, sie heißen „Super-Responder“[1][3]. Super-Responder haben nach 12 Wochen fast immer komplett gesunde Haut, wenn sie das richtige Biologikum bekommen. Forscher haben jetzt untersucht, wie oft das passiert und welches Medikament am besten wirkt.
In dieser neuen Studie bekamen 116 Erwachsene mit mittlerer bis schwerer Psoriasis ihr erstes Biologikum. Nach 12 Wochen hatten 26 von ihnen (etwa jeder Fünfte) komplett erscheinungsfreie Haut. Das beste Ergebnis zeigte **Bimekizumab**: Von 17 Patienten waren 11 Super-Responder – also fast zwei Drittel. Mit anderen Biologika waren es deutlich weniger[2].
Ob jemand Super-Responder wird, lag vor allem am ausgewählten Medikament. Alter, Geschlecht oder wie lange jemand schon Psoriasis hat, spielten keine Rolle. Die Forscher sagen: Das Wirkprinzip des Medikaments ist entscheidend dafür, wie schnell und wie gut die Haut heilt[2].
Für Menschen mit Psoriasis könnte das bedeuten: Die Wahl des Medikaments macht einen großen Unterschied, besonders am Anfang der Behandlung[2].
Originaltitel: Super Responders in Plaque Psoriasis: A Real-World, Multi-Agent Analysis Showing Bimekizumab Associated with the Highest Odds of PASI = 0 at Week 12
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Semaglutid kann Menschen mit Psoriasis und Übergewicht helfen, die Krankheit besser zu kontrollieren und gleichzeitig abzunehmen[2][6]. In Studien verbesserte sich das Hautbild deutlich, die entzündeten Stellen wurden kleiner und der Allgemeinzustand stieg spürbar[2]. Zusätzlich verloren die Patienten Gewicht, was die Symptome der Psoriasis weiter abschwächen kann[1][2]. Semaglutid wirkt nicht nur gegen Diabetes, sondern hemmt auch Entzündungen im Körper[2]. Experten vermuten, dass dadurch weniger Entzündungsbotenstoffe in der Haut entstehen. Die bisherigen Ergebnisse sind positiv, aber es gibt noch wenige große Studien. Semaglutid wird aktuell als Zusatz zu Ernährung und Bewegung bei Übergewicht eingesetzt und könnte eine neue Behandlungsmöglichkeit für einige Menschen mit Psoriasis sein[3][4][6].
Originaltitel: Dermatologic and Metabolic Benefits of Semaglutide in Psoriasis with Obesity: A Six-Month Prospective Cohort Study | Clinical and Experimental Dermatology | Oxford Academic
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Roflumilast Creme 0,3 % hilft bei chronischer Plaque-Psoriasis deutlich besser als ein Placebo. In Studien mit Menschen ab 2 Jahren, die 2–20 % ihrer Haut betroffen hatten, trugen die Teilnehmenden die Creme einmal täglich für 8 Wochen auf. Nach dieser Zeit erreichten 40 % der Roflumilast-Gruppe ein deutliches Nachlassen der Psoriasis (PASI-75), während das bei der Vergleichsgruppe nur 6,5 % schafften. Mit dem genaueren PASI-HD-Wert waren es sogar rund 60 % gegenüber 18 % der Placebogruppe. Besonders auffällig: Mit PASI-HD lassen sich die Verbesserungen besser erkennen, wenn größere Hautflächen betroffen sind. Insgesamt führte die Behandlung mit Roflumilast zu deutlich weniger und weniger schweren Psoriasis-Stellen als beim Placebo[1].
Originaltitel: Roflumilast Cream 0.3% in Patients with Chronic Plaque Psoriasis: Pooled PASI and PASI-HD Results from the DERMIS Phase III Trials - Dermatology and Therapy
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Forschende haben ein Modell entwickelt, das vorhersagen kann, wie gut Menschen mit Psoriasis-Arthritis auf bestimmte Medikamente ansprechen. Dafür wurden Daten von 80 Betroffenen ausgewertet, die entweder erstmals oder nach Versagen einer Vorbehandlung Methotrexat, Tofacitinib oder Etanercept bekommen haben. Sie schauten, wer nach 16 Wochen die Krankheitsaktivität stark senken konnte.
Besonders bei einem hohen Wert im Gesundheitsfragebogen, vielen schmerzhaften Gelenken, vielen schmerzenden Sehnenansätzen, schlechter Einschätzung durch die Ärztin sowie früheren Therapien mit TNF-Blockern war die Chance auf Besserung geringer. Für die meisten, die noch nie DMARDs bekommen hatten, war die Chance mit Methotrexat besser als mit Tofacitinib. Wer schon andere Mittel ohne Erfolg hatte, sprach auf Etanercept meist besser an als auf Tofacitinib. Das Modell soll bald weiter verbessert werden[1][2].
Originaltitel: The development of a clinical prediction model for response to methotrexate, tofacitinib, and etanercept in patients with Psoriatic Arthritis - Arthritis Research & Therapy
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Menschen mit Psoriasis haben öfter auch Fibromyalgie als gesunde Menschen[4]. Fibromyalgie tritt vor allem bei Frauen mit Psoriasis auf und besonders häufig, wenn zusätzlich eine Psoriasis-Arthritis vorliegt[4]. Wer beide Krankheiten hat, braucht öfter eine Therapie mit Biologika und muss Behandlungskonzepte häufiger wechseln[4].
Im Vergleich zu Psoriasis-Patienten ohne Fibromyalgie ist die Behandlung komplizierter. Viele spüren stärkere Schmerzen und bekommen öfter und schneller neue Medikamente, weil die erste Therapie weniger lange wirkt (im Schnitt 6 statt 10 Jahre)[4].
Bei Psoriasis-Arthritis und Fibromyalgie sind Müdigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme besonders häufig[1]. Die Beschwerden betreffen den Alltag und verschlechtern die Lebensqualität. Therapien müssen deshalb individuell angepasst werden, damit Betroffene bestmöglich unterstützt werden[4].
Originaltitel: The Association Between Psoriasis, Psoriatic Arthritis, and Fibromyalgia Syndrome: Effects on Treatment—A Population-Based Study
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Eine große Studie aus den USA zeigt, dass Frauen mit Psoriasis oft niedrigere Spiegel von weiblichen Geschlechtshormonen im Blut haben als gesunde Frauen[5][7]. Besonders betroffen sind die Hormone **Östrogen** und **Progesteron**. Das kann erklären, warum viele Frauen merken, dass ihre Psoriasis vor den Tagen oder nach den Wechseljahren schlimmer wird[1][3]. Bei einer Schwangerschaft, wenn Östrogen besonders hoch ist, berichten dagegen viele, dass sich die Haut verbessert[3][9]. Die Forscher betonen: Die Schwankungen der Hormonspiegel beeinflussen vermutlich, wie aktiv die Krankheit ist[3][6]. Je weniger weibliche Hormone im Blut sind, desto stärker scheint die Schuppenflechte zu sein[5].
Originaltitel: Negative association of psoriasis with female sex hormone levels: a case-control study using TriNetX
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Eine neue Studie zeigt: Viele Menschen mit Psoriasis fühlen sich immer noch nicht gut genug behandelt, obwohl es schon viele Medikamente gibt[1][2][3][5]. Mehr als die Hälfte der Befragten sagt, die Krankheit macht ihren Alltag schwer[3]. Egal ob Erwachsene oder Jugendliche – viele wünschen sich andere Therapien.
Rund 50 Prozent der Patientinnen und Patienten und fast genauso viele Hautärzte hätten am liebsten eine Tablettenbehandlung, die stark und sicher wirkt[1][2][3][5]. Vor allem: Wer gerade Spritzen bekommt, würde zu 90 Prozent auf Tabletten umsteigen, wenn sie genauso helfen[1][5]. Bequemlichkeit und Sicherheit spielen dabei eine wichtige Rolle[3].
Die Studie macht deutlich: Es braucht noch mehr passende und einfache Therapien, damit das Leben mit Schuppenflechte leichter wird[2][3].
Originaltitel: New study reveals substantial unmet need in psoriasis, shows strong patient and provider preference for highly effective oral treatments with favorable safety profile
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Digitale Gesundheits-Apps können Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis beim Umgang mit ihrer Erkrankung unterstützen[1]. Es gibt Apps, die Hautsymptome dokumentieren, wie Sorea oder Psoriasis Monitor, sowie Apps für Gelenkbeschwerden, zum Beispiel Mida Rheuma App oder Rheuma-Auszeit[1]. Lern-Apps wie PSO Kiosk und Therapie-Begleiter wie MyTherapy runden das Angebot ab[1][5]. Die Apps helfen, die Krankheit besser zu verstehen, am Ball zu bleiben und sich mental wohler zu fühlen. Keine App ist bisher als DiGA zugelassen, aber sie können im Alltag trotzdem nützlich sein[1].
Originaltitel: [Medical health apps for psoriasis and psoriatic arthritis].
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